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Osmanlı Padişahları

Osman I

1299-1324

Orhan

1334-1362

Murad I

1362-1389

Bayazid I

1389-1402

Mehmed I

1413-1421

Murad II

1421-1446

Mehmed II

1446-1481

Bayazid II

1481-1512

Selim I

1512-1520

Süleyman I

1520-1566

Selim II

1566-1574

Murad III

1574-1595

Mehmed III

1595-1603

Ahmed I

1603-1617

Mustafa I

1617-1623

Osman II

1618-1622

Murad IV

1622-1640

Ibrahim

1640-1648

Mehmed IV

1648-1687

Süleyman II

1687-1691

Ahmed II

1691-1695

Mustafa II

1695-1703

Ahmed III

1703-1730

Mahmud I

1730-1754

Osman III

1754-1757

Mustafa III

1757-1774

Abdülhamid I

1774-1789

Selim III

1789-1807

Mustafa IV

1807-1808

Mahmud II

1807-1808

Abdülmecid

1839-1861

Abdülaziz

1861-1876

Murad V

1876

Abdülhamid II

1876-1909

Mehmet V

1909-1918

Mehmet VI

1918-1922

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3.4. Gründe des inneren- und äußeren Zerfalls

Die Gründe wie sie in der Abbildung dargestellt werden, sind zwar spezifisch für das Osmanische Reich, trotzdem kann das Schaubild auf andere Reiche projiziert werden, weil gemeinsame Verbindungen in der Entstehung und dem Niedergang von Reichen gibt. Natürlich ist es nicht möglich einzelne Ereignisse oder Gründe explizit anzuführen, sondern nur eine netzartige Struktur soll die Interdependenzen von Variablen (Faktoren) des Niedergangs veranschaulichen.                                                Es ist festzustellen, dass außenpolitische Gründe wie viele Kriege, viele Gegner sowie der Zwang nach Expansion[36] und in- nenpolitische Gründe wie Inkompetenz, Korruption, Ämterkauf, etc. beide zu einer Belastung der Finanzen führten und somit die ursächlich Erscheinungen sogar stabilisierten. Diese Belastungen der Finanzen verschlimmerte also beide Tatbestände und führte einerseits zur Verarmung der ländlichen Bevölkerung, andererseits zur Aufsplitterung des Bodens durch Verkleinerung der Timare und damit zur Verarmung der Territorialtruppen. Die führte zum Ende des 16 Jh. und im 17 Jh. zum Aufruhr in den so genannten Celali-Aufständen und zu einer einsetzenden Landflucht. Dadurch vergrößerte sich wieder der Finanzbedarf einmal durch die Aufstellung neuer Truppen und durch die Abschöpfung der Agrargewinne. Und wieder entwickelte sich eine Finanz- und Wirtschaftskrise die die schwierigen Zustände verfestigten ohne die Spirale des Niedergang aufzuheben. Die im 18 Jh. vor allem im 19 Jh. einsetzende massive wirtschaftliche Einmischung durch die “imperialen” europäischen Großmächte (Kapitula- tionen), beschleunigte und vertiefte die in Schwung gekommene Krisenspirale, die trotz der im 19 Jh. beginnenden Reformen nicht mehr zu durchbrechen war.

4.0. Zusammenfassung

Das Osmanische Reich, als letztes islamische Großreich, fristet lange Zeit ein ähnliches Dasein in der europäischen Geschichts- schreibung wie das Byzantinische Reich, was nicht nur bedauerlich angesichts der Reichhaltigkeit des Forschungsgegenstandes war, sondern auch die Verwandtschaft zwischen beiden Reichen nahelegt. Wenn man also das Osmanische Reich als Nach- folgestaat zum Byzantinischen Reich versteht, besonders in seiner imperialen Idee und geographischen Ähnlich- keiten, dann kann dieser geographischer-politische Raum zwischen Europa und dem Nahen Osten als eigenständige “Kulturzone” verstanden wer. Vielleicht erklärt dies die Problematik der Begrifflichkeit bei der Erforschung des Osmanischen Reiches.

Wer sich Heute mit osmanischer Geschichte befasst, der wird von einer Flut an neueren Werken konfrontiert. Dabei stellen sich in der Forschung zwei miteinander zusammenhängende Probleme. Erstens erfährt die jeweilige osmanische Epoche in den ehemaligen Gebieten des Reiches eine starke regionale Aufarbeitung. Weil aber etwa 20 heute unabhängige Staaten aus dem ehemaligen osmanischen Gebiet hervorgegangen sind ist deren sprachliche Vielfalt enorm. Das führt zweitens zur Berücksich- tigung zusätzlicher Sprachen obwohl gerade die osmanische Geschichte schon bestimmte Sprachen zur Erforschung voraussetzt. Somit zerstreut sich die Forschung, ähnlich wie die Dokumente der Geschichte auf große Teile der Welt. Zwar gab es Versuche in den siebziger Jahre eine Gesamtschau zu erstellen, doch deren Resultat zeigt die angesprochene Probleme recht deutlich.[37]

Es ist geradezu ein Unterfangen eine so umfangreiche Geschichte in so knapper Form wieder zu geben, trotzdem hoffe ich, einen ersten informativen Überblick zur Osmanischen Geschichte gegeben zu haben.

5.0 Literaturverzeichnis

[1] Matuz, Josef: Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte. Darmstadt 1985 (Die im Anhang befindliche Zeittafel gliedert sich nach Jahrhunderten, im Gegensatz zur inhaltlichen Materialbewältigung.) Dieses Buch eignet sich im besonderen, sich dem Gebiet der “Osmanistik” zu nähern. Die dort angegebenen Literaturhinweise ermöglichen den Einstieg in dieses umfassende Wissensgebiet.

[2] Tietze, Andreas: Mit dem Leben gewachsen. Zur osmanischen Geschichtsschreibung in den letzten fünfzig Jahren, in: Das Osmanische Reich und Europa 1683 bis 1789: Konflikt, Entspannung und Austausch. (Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit, Bd. 10 S. 15-23) Hrsg. Heiß, G./Klingenstein,G., München 1983

Neu Literaturhinweise zur Problematik der heutigen Forschungsliteratur. Kreiser, Klaus: Der Osmanische Staat 1300-1922, München 2001

[3] Endreß, Gerhradt: Einführung in die islamische Geschichte, München 1982 (Dort befindet sich eine übersichtliche Dargestellte Bibliographie über den Islam.)

[4] Faroqhi, Suraiya: Geschichte des Osmanischen Reiches, München 2000 (Mit der zunehmenden Erforschung bisher vernachlässigter oder nicht beachteter wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Betrachtungen, ändert sich auch die Periodisierung)

[5]Scharlipp, Wolfgang-Ekkehard: Die Frühen Türken in Zentralasien. Eine Einführung in ihre Geschichte und Kultur, Darmstadt 1992

[6] Unter Togril Beg 1037-63 und 1055 die Einnahme von Bagdad.

[7] 1071 Schlacht bei Malazgirt (Alp-Arslan 1063-72), beginn der türkischen Besiedlung Anatoliens. Bezeichnung der Einwohner als Romaer (Römer) führt zur Bezeichnung Rum-Seldschuken ab etwa 1175 mit dem Zerfall des Seldschukischen Großreiches in Teilreiche.

[8] Regierungszeit von Sultan Alaeddin Keikubad I (1220-1237) mit der Hauptstadt Konya

[9] Schlacht am Kösedag 1243 Oberhoheit durch die mongolischen Iichane.

[10] Besonders nach der Eroberung von Bursa übernimmt die osmanische Führung den noch erhaltenen Verwaltungsaufbau zur Erbringung der christlichen Kopfsteuer (gizya).

[11] Als Parallele können wir die schnelle Ausbreitung des Islam nach dem Tode des Propheten in Betracht ziehen, welche ähnliche Strukturen bei den eroberten Völker vorfand. Siehe hierzu: Cahen, Claude: Der Islam I. Vom Ursprung bis zu den Anfängen des Osmanenreiches. (Fischer Weltgeschichte Bd. 14) Frankfurt a.M. 1976 S. 22 ff.

[12] Maritza 1371 und Kosovo (Amselfeld) 1389

[13] Matuz, Op. cit., S.45 ff

[14] Werner, Ernst: Die Geburt einer Großmacht- Die Osmanen (1300-1481). Ein Beitrag zur Genesis des türkischen Feudalismus. 4 Aufl. Ost-Berlin 1985, S. 194 ff.

[15] Matuz, Op. cit., S. 48

[16] Schändlinger, Anton: Die Endeckung des Abendlandes als Vorbild. Ein Vorschlag zur Umgestaltung des Heerwesens und der Außenpolitik des Osmanischen Reiches zu Beginn des 18 Jh., in: Das Osmanische Reich und Europa 1683 bis 1789: Konflikt, Entspannung und Austausch. (Wiener Beiträge zur Geschichte der Neuzeit Bd. 10, S. 89-112) Hrsg. Heiß, G. u. Klingenstein, G., München 1983, S. 90

[17] Zur Türkenkriegsproblematik in Ungarn, siehe: Teply, Karl u.a.: Die Türkenkriege in der historischen Forschung. (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte Bd. 13) Hrsg. Czeike, F., Wien 1983. (Darin befinden sich Umfangreiche Literaturhinweise zur Türkenkriegs- problematik und zum Verständnis der europäischen-osmanischen Beziehungen.)

[18] Matuz, Op.cit., S. 214 ff.

[19] Abschaffung des Turbans, der Kaftane und Pluderhosen sowie Einführung des Fes. Allgemeine Einführung europäischer Kleidung und Heeresreform unter dem späteren Generalfeldmarschall von Moltke.

[20] Allgemeiner Beginn mit dem großherrlichen Handschreiben “Hatt-i Serif von Gülhane” am 03.11.1839 etc. und der Einführung einer Verfassung mit dem “Kanun-u Esasi” am 23.12.1876, siehe auch Matuz, Op. cit., S. 230 ff.

[21] Büttner, Friedemann Hrsg.: Reform und Revolution in der islamischen Welt. Von der osmanischen Imperialdoktrin zum arabischen Sozialismus. München 1971 S. 10 ff.

[22] Junktürkische Revolution vom 24.07.1908 und Einführung einer konstitutionellen Monarchie durch die Wiedereinsetzung der Verfassung, siehe hierzu Matuz, Op. cit., S. 251 ff.

[23] 02.11.1914 bis zum Waffenstillstand am 30.10.1918.

[24] 10.08.1920, siehe hierzu Matuz, Op. cit., S. 273 ff.

[25] Zu staatsrechtlichen Fragen; Krüger, Hilmar: Fetwa und Siyar. Zur internationalrechtlichen Gutachterpraxis der osmanischen Scheich ül-Islam vom 17. bis 19 Jh. unter besonderen Berücksichtigung des “Behcet ül-Fetwa”. Wiesbaden 1978

[26] Röhrborn, Klaus: Untersuchungen zur osmanischen Verwaltungsgeschichte. (Studien zur Sprache, Geschichte und Kultur des islamischen Orients Bd. 5) Hrsg. Spuler, B., Berlin 1973

[27] Dies trifft vor allem in der klassischen Phase des Reiches zu. Im 18 Jh. war für die höheren Ränge der Reichsverwaltung Ämterpacht zu zahlen, gleichfalls vererbten sich zunehmend die Positionen innerhalb der in Konstantinopel und Rumelien ansässigen Familien. Gegen Ende des Reiches bestand die Führungsschicht in seiner Hauptsache aus Türken. Siehe hierzu; Büttner, Op. cit., S. 28 ff.

[28] Recht der Untertanen auf eigene nach Religion getrennter Rechtsprechung.

[29] (konstitutionellen Absolutismus); Büttner, Op. cit., S. 46

[30] Popoulia, D. Basilike: Ursprung und Wesen der “Knabenlese” im Osmanischen Reich. (Südosteuropäische Arbeiten, 59), München 1963

[31] Matuz, Op. cit., S. 219

[32] Werner, Op. cit., S. 11 ff. sowie Keskin Hakki: Die Türkei. Vom Osmanischen Reich zum Nationalstaat. Berlin 1981, S. 15 ff.

[33] Keskin, Op. cit., S. 20 ff. sowie Matuz, Op. cit., S. 158

[34] Röhborn, Op. cit., (Timar ist persischen Ursprung und bedeutet “Vorsorge/Fürsorge” und hat die selbe Bedeutung wie das byzantinische “Pronoia” sowie Ähnlichkeiten mit dem seldschukischen “Iqta”.)

[35] Matuz, Op. cit., S. 222 ff.

[36] Krüger, Op.cit. S. 26/27 und 116 ff.

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