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1326
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Eroberung von Bursa
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1354
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Eroberung von Gelibolu
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1361
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Eroberung von Edirne
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1371
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Sieg an der Maritza
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1389
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Sieg auf dem Amselfeld
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1396
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Sieg bei Nikopolis
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1402
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Niederlage bei Ankara
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1444
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Sieg bei Varna
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1453
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Eroberung von Istanbul
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1461
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Eroberung von Trapezunt
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1478
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Eroberung der Krim
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1514
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Sieg bei Caldiran
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1516
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Sieg bei Mardsch Dabik
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1521
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Eroberung von Belgrad
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1526
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Sieg bei Mohács
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1529
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1. Belagerung von Wien
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1541
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Eroberung von Ofen
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1552
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Eroberung von Temesvár
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1596
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Sieg bei Mezökeresztes
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1664
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Niederlage bei St. Gotthardt
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1683
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2. Belagerung von Wien
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1686
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Verlust von Ofen
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1691
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Niederlage bei Slankemen
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1697
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Niederlage bei Zenta
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1716
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Niederlage bei Peterwardein
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1770
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Niederlage am Pruth
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1832
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Niederlage bei Nisib
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1854
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Sieg bei Silistria
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1877
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Niederlage bei Plevna
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1912
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Niederlage bei Kumanowo
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1913
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Sieg bei Edirne
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1915
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Sieg bei den Dardanellen
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1916
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Sieg bei Kut-el-Amara
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1919
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Ende der osmanischen Armee
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Osmanische Uniformen 16-20. Jh.
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Sipahi 17. Jh. (o) Osprey Publishing
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Kompanie
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ca. 100 Mann
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Bataillon
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ca. 400 Mann
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Regiment
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ca. 1.000 Mann
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Brigade
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ca. 4.000 Mann
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Division
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ca. 12.000 Mann
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Korps
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ca. 25.000 Mann
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Serasker
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Feldherr
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Aga
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General
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KetĂĽda
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Oberstleutnant
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Corbaschi
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Oberst
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Odabaschi
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Oberstleutnant
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Cavus Baschi
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Feldwebel
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Bölükbaschi
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Korporal
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Eski
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Gefreiter/Veteran
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Das osmanische Heerwesen 1
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Das osmanische Heerwesen entwickelte sich seit Mitte des 15. Jh. in zwei grosse Bestandteile. Erstens die Zentral Truppen am osmanischen Hof (Hohe Pforte)
oder auch Pfortenunmittelbare Truppen (kapikulu), der Name leitet sich von Pforte (kapi) und Militärsklave (kul) ab, und zwei- tens
die Provinztruppen der osmanischen Sandschaks, oder, da sie zum Grossteil aus Lehens- trägern mit einem zugewiesenen Land bestanden auch Lehensaufgebot (ejalet askeri). Die Zentral- truppen
waren besoldet und kaserniert und unterstanden der
Kommandogewalt der Zentralregier- ung. Teile dieser Truppen, insbesondere die Janitscharen, wurden auch als Festungsbesatzungen im Reich eingesetzt. Die Anzahl der Zentraltruppen variierte vom 16. Jh. anfänglich 20.000 bis zum Anfang des 17 Jh. auf 80.000 Mann. Bei den Provinztruppen handelte es sich vor allem um Kavallerie die durch die Vergabe von Lehen
(timare)
versorgt wurden. Andere Provinzialeinheiten wurden entweder besoldet oder taten als Freiwillige mit Anrecht auf Beute ihren Dienst. Die Gesamtzahl der eigentlichen Lehensträger bestand in der ersten Hälfte des 16 Jh. aus 40.000
(spahis) und deren Verpflichteten (cebeli)
auf zirka 60.000 was eine Gesamtstärke von 100.000 Mann aufweist. Anfang des 17. Jh. hatte sich das Bild radikal geändert und es existierten noch 16.000 Timare, also zirka 41.000 Spahis und Cebelis. Somit errechnet sich ein Truppenbestand zum Ende der Regierungszeit von Sultan Selim I auf 140.000 Mann und in der zweiten Hälfte des 16 Jh. auf zirka 250.000 Mann. Zwar blieb die Anzahl zum Ende des 17 Jh. auf der vorgenannten hohen Gesamtstärke, dennoch hatte sich der Schwerpunkt vom Provinzial- zum Zentralaufgebot bzw. zur Besoldung deutlich geändert. Die Folge dieser unheilvollen Änderung gerade bei der Timar Ver- gabe, waren nicht nur die Zahlreichen Aufstände der Landlosen ehemaligen Spahis, die soge- nannte
Celali-Aufstände, sondern auch der massive Verlust dieser kampftüchtigen Truppe. Die dadurch fehlende Provinzkavallerie wurde durch angeworbene und besoldete oder teilweise irregulären
sekban- bzw. sarica
Truppen besetzt, doch ohne den tatsächlichen Kampfeswert der ehemaligen Spahis. Somit sehen wir, dass die Masse der Armee Anfang des 16 . Jh. aus der be- lehnten Provinzkavallerie, nämlich den
Timarinhaber, bestand, deren Bezahlung durch Landver- gabe erfolgte und somit die Staatsausgaben nicht in Form von tatsächlichen Soldzahlungen
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belastete. Anfang des 17. Jh. hatte sich der Schwerpunkt zu den be- zahlten Zentraltruppen verschoben und eine sprunghafte Zunahme der Staatsausgaben durch Soldzahlungen
verursacht. Die Zunahme gerade der Janitscharen als Infanterie verlangsamte gleichzeitig die Bewegung des Heeres was zu höheren Versorgungsleistungen und Versorgungsfahrzeugen
fĂĽhrte und die ehemals vorteilhafte Gesch- windigkeit der Armee und damit des Aktionsradius beeinflusste.
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Pfortenunmittelbare Truppen (Zentral Truppen) ( kapikulu)
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Zusammensetzung der Zentral Truppen
1. Besoldete Zentral Kavallerie 2. Besoldete Infanterie (
Janitscharen)
3. Besoldete und Belehnte technische Truppen 4. Besoldete und Belehnte Sondertruppen
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1. Besoldete Zentral Kavallerie
In der zweiten Hälfte des 15. Jh. etablierte sich neben den Provinzkavallarieeinheiten vor allem die besolde- ten Kavallerieeinheiten am Hof des Sultans. Unter Mehmed II
rekrutierte sich diese Kampftruppe aus Mit- gliedern der Palastschule oder von Söhnen hoher Würdenträger. Diese Schüler der Palastschule waren wiederum aus der “Knabenlese”(devsirme)
hervorgegangen. Zu Beginn des 16 . Jh. befanden sich in der Hauptsache sogenannte “Militärsklaven” (kul)
innerhalb dieser Gardetruppen. In der Zeit von Mehmed II bis zur Endzeit der Herr- schaft SĂĽleyman I bestand dieser Truppenteil (sipahi und silahtar)
aus zirka 10.000 Reiter, die kaserniert und jederzeit als stehendes Kernheer verfĂĽgbar waren. Im einzelnen setzte sich die Zentral Kavallerie aus 6 unterschiedlichen Garderegimenter
(alti bölük haki) zusammen. Die Osmanen unter- teilten die einzelnen Regimenter in sogenannte (bölük),
die aus zirka 1.000 Soldaten bestanden. Die Regimen- ter wiederum gliederten sich in Kompanien sogenannte (ortas) die aus zirka 60 - 100 Soldaten bestanden.
1.1. Sipahi-Burschen (sipahi): Bei diesem schon aus der Zeit Murad I stammenden Garderegiment handelte es sich um Kinder von Würdenträger oder jungen Kriegsgefangenen, oder im Kriegshandwerk begabten Pagen. Das Regiment unterstand im Kriegsfall dem
(Sipahilar Aga)
und führte eine rote Standarte an der Seite des Sultans. Unter Süleyman I betrug die Mannschaftsstärke ca. 2.000 Reiter, Anfang des 17 .Jh. wuchs die Zahl auf zirka 7.800 Reiter an. Die sipahi der Pforte waren in Friedenszeiten am Hof stationiert.
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1.2. Waffenträger (silahdare): Die Waffenträger haben sich aus der engsten Umgebung des Sultans gebildet und sind für seinen persön- lichen Schutz zuständig. Die Waffenträger sind begabte Pagen bzw. Schüler der Palastschule. Das Regiment unterstand im Kriegsfall dem
(Silihdar Aga) und führte eine gelbe Standarte und rote Mützen an der Seite des Sultans. Aus den Reihen der Waffenträger wurde gerne sogenannte “Tschausche” (cavus)
ernannt. Eine der Aufgaben der Waffenträger war das Aufstellen der Roßschweife des jeweiligen Befehls- haber sowie deren Bewachung. Unter Süleyman I betrug die Mannschaftsstärke zirka 1.500 Reiter, an Ende des 17. Jh. um die 6.000 Reiter. Die Waffenträger waren ebenfalls am Hofe stationiert.
1.3. Söldner des rechten Flügels (ulufeciyani jemin): Diese relativ kleine besoldete Truppe bewachte die Kriegskasse. Sie kämpften an der Seite der Sipahi-Burschen und Waffenträger. Ebenso fungierten sie unter dem Kommando eines Tschausches als Polizeitruppe, insbesondere für hohe Würdenträger. Die Standartenfarbe war grün. Der Anfangsbestand dieser Reiter lag bei 500 Reiter, und Anfang des 17. Jh. lag die Truppe bei zirka 2.000 Reiter.
1.4. Söldner des linken Flügels (ulufeciyani jessari): Diese relativ kleine besoldete Truppe bewachte die Kriegskasse. Sie kämpften an der Seite der Sipahi-Burschen und Waffenträger. Ebenso fungierten sie unter dem Kommando eines Tschausches als Polizeitruppe insbesondere für hohe Würdenträger. Die Standartenfarbe war grünweiß gestreift. Der Anfangsbestand dieser Reiter lag bei 500 Reiter und Anfang des 17. Jh. lag die Truppe bei zirka 1.500 Reiter.
1.5. Fremde des rechten Flügel (gurebai jemin): Dieses Regiment wurde zu Beginn des 15. Jh. aus Fremdlingen aus den arabischen und persischen Gebieten rekrutiert als Freiwillige oder Kriegsgefangene. Sie stand an der Seite der Söldner des rechten Flügels und hatten die Bewachung der heiligen Fahne als Hauptaufgabe, ebenso wie gefährliche Missionen der Gardekavallerie. Die Gesamtstärke der Fremdlinge variierte zwischen 200 - 1.500 Reiter.
1.6. Fremde des linken Flügel (gurebai jessari): Dieses Regiment wurde zu Beginn des 15. Jh. aus Fremdlingen aus den arabischen und persischen Gebieten rekrutiert als Freiwillige oder Kriegsgefangene. Sie stand an der Seite der Söldner des linken Flügels und hatten die Be- wachung der heiligen Fahne als Hauptaufgabe, ebenso wie gefährliche Missionen der Gardekavallerie. Die Gesamtstärke der Fremdlinge variierte zwischen 200 - 2.000 Reiter.
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2. Besoldete Infanterie (siehe Janitscharen)
Schon unter Murad I bestand die Organisationsform der besoldeten Infanterieeinheit, die direkt dem Sultan am Hof unterstellt war. Die Re- krutierung erfolgte in der
Anfangszeit seit dem 14 Jh. bis ins 16 Jh. aus christlichen Kindern, die durch das Knabenlesesystem (devsir- me)
ausgesucht wurden. Zu Beginn dieser Einrichtung zählte diese Einheit nie mehr als 10.000 Soldaten. Zum Ende der Regierungszeit Süleyman I war ein Mannschaftsbestand von unge- ähr 20.000
Soldaten vorhanden. Um 1630 zählten die Janitscharen fast 80.000 Soldaten.
Die Janitscharen bildeten ein eigenes Armeekorps (ocak), das wiederum in drei ungleiche Divisionen unterteilt wurde. Insgesamt bestand das Korps aus
165 Regimentern bis Süley- man I und steigerte sich sehr schnell auf 196 Regimenter die bis zur Auflösung der Janit- scharen 1826 existierten. Der Grossteil der Regimenter (ortas)
nannte mann 1. (cemaat) was soviel wie die eigentlichen Janitscharen bedeutet. Eine kleinere Anzahl nannte man 2. (sek- ban) oder Hundewächter, da diese Soldaten aus dieser
ursprünglichen Aufgabe sich rekrutier- ten und die restlichen Einheiten nannte man 3. (aga böluk) Hellebardiere,
da sie vor allem Wachdienste verrichteten. Der Nachwuchs dieser festbesoldeten landesweiten Zentralinfan- terie wurde in einem extra Rekruten bzw. Kadettendivision ausgebildet (acemi ocaci )
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Links: Gardekavallerie und Janitscharen in der Schlacht bei Mohács 1526
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3. Besoldete und Belehnte technische Truppen
3.1. Waffenschmiede (cebeci): Diese Einheit, bestehend aus mehreren (ortas)
war für die Fertigung, Entwicklung und Bereitstellung der Armeebewaffnung zuständig. Die schon im 14 Jh. entwickelte Arsenaltruppe zählte Anfangs nicht mehr als 700 Mann und wuchs bis ins 17 Jh. auf zirka 6.000 Mann an. Dies lag vor allem an der Zunahme der technische Ausrüstung bzw. Bewaffnung der Heere im 17 Jh. Die Leitung dieser Truppe lag beim
(Dschebedschi- baschi).
3.2. Artilleristen (topci): Die osmanische Artillerie, die zu den ältesten Artillerieeinheiten der Welt zählt, wurde vor allem von Mehmed II gefördert. Anfangs bestand diese Einheit aus europäischen Kriegsgefangenen oder christlichen Renegaten die bis Anfang des 17 Jh. mit der technischen Entwicklung in Zentraleuropa problemlos mithalten konnten. Anfänglich aus einigen tausend Mann bestehend, wurde diese Einheit im Zug der Wichtigkeit der Artillerieeinheiten auf zirka 10.000 Mann aufgestockt. Die Ausbildung dieser Einheiten erfolgte bis ins 16 Jh. an der Palastschule und ab dem 18 Jh. an einer der ersten Militärakademien im Osmanischen Reich. Die Leitung dieser Truppe lag beim
(Topdschibaschi).
3.3. Artilleriefuhrtruppe oder Protzentruppe (top arabaci): Während die Artilleristen zu Fuss ihren Dienst verrichteten, war die Protzen- truppe beritten. Sie war für den Transport der Geschütze und später für den gesamten Train der Armee zuständig. Im Friedensfall war diese Truppe eher eine Kadereinheit die im Kriegsfall Gespannpersonal rekrutierte auch unter den christlichen Untertanen. Ebenso wie die Artil- leristen wuchs die Anzahl der Protzentruppe von einigen hundert auf bis zu 3.000 Mann Kadertruppe ohne rekrutierte Söldner. Die Leitung dieser Truppe lag beim
(Toparadschibaschi).
3.4. Bombardiere (kumbaradci): Das Wort Bombardiere leitet sich von dem Begriff Wurfgeschoß oder Bombarde ab. Im Osmanischen Reich wurde diese Einheit vor allem bei der Unterminierung von Festungen eingesetzt, um durch Explosionen die gegnerische Festungweke zu zerstören und als Bedienmanschaften von Mörser. Diese überaus gefährliche Arbeit wurde lange Zeit nicht durch Geld besoldet, sondern in Form von Militärlehen. Während unter Süleyman I zirka 300 belehnte Soldaten diese Aufgabe durchführten verdoppelte sich im 18 Jh. die Anzahl diese Truppe. Die Leitung dieser Truppe lag beim
(Kumbaradschibaschi).
3.5. Minengräber (laghumdci): Diese Einheit, die auf Selim I zurück geht, bestand aus zwei unterschiedlichen Einheiten. Zum Einen die tat- sächlichen Minengräber, die für das Anlegen von Minen zur Zerstörung gegnerischer Festungswerke zuständig waren und zum Anderen die sogenannten Feldmesser oder Genieeinheiten die militärt- echnische Arbeiten planten und leiteten. Auch diese Einheit bestand Langezeit aus belehnten Soldaten und umfasste zwischen 200 und 400 Mann. Die Leitung dieser Truppe lag beim
(Laghumdschibaschi).
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4. Besoldete und Belehnte Sondertruppen
Neben den zentralen Gardekavallerieeinheiten und der Infanterie, sowie den Genieeinheiten gab es noch zwei besondere Einheiten, die auf militärischem und staatspolitischen Gebiet aktiv
waren. Hier zu zählten die Tschausche und die Hoffuriere.
4.1. Tschausche (cavus): Die Tschausche rekrutierten sich aus der Palastschule. Sie waren in zwei unterschied- liche Bereiche getrennt. Zum einen die besoldeten Leibgarden des Sultans, die im 5 Janitscharenregiment als Infanterie organisiert waren, zum Anderen die Hoftschausch- en. Kommandeur der Tschausche war der
(Basch Tschausch)
,als militärischer Dienstgrad einem Generalleutnant gleichgestellt und somit im Generalstab tätig. Gleichzeitig spielte er die Rolle einen Staatsicherheitschef in Fragen der Innen- und Aussenpolitik. Die Militärtschausche hatten polizeiliche Funktionen
(Militärpolizei)
innerhalb des Heeres und als Teilaufgabe die Auszahl- ung der Janitscharengehälter. Sie waren für die Disziplin und für die Ausführung von Urteilen verantwortlich. Die Hoftschausche wurden besonders im diplomatischen Verkehr mit ausländischen Höfen eingesetzt. Dabei hatten sie die Funktion ausserordentlicher Gesandter (Gesandtschaften). Während die Militär- tschausche besoldet wurden, erhielten die
Hoftschausche ihre Versorgung durch Staatslehen (ziamet).
4.2. Hoffouriere (müteferrika): Ähnlich den Tschauschen rekrutierten sich die Hoffouriere aus Palastschülern, sowie von Söhnen hoher Würdenträger. Während die Militärfouriere als berittene Leibgarde des Sultans dienten, wurden gerade in der Frühzeit die Hoffuriere als Gesandten eingesetzt. Neben der Aufgabe als Leibwache fungierten die
(mĂĽteferrika)
als Adjutanten im Offiziersrang im Generalstab. Die Hoffouriere hatten ihre Aufgabe in der Vorbereitung und Durchführung von zeremoniellen Anlässen. Die Militarfouriere wurden besoldet, hingegen erfolgte die Versorgung der Hoffouriere durch Staatslehen
(ziamet) .
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Dienstgrade,Dienststellung, Truppen- und Waffengattungen sowie FĂĽhrung und Organisation
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Eine im heutigen Sinne exakte Einordnung oder Zuordnung von militärischen Einheiten, Dienstgraden etc. ist nur schwer möglich. Dies liegt nicht nur an der langen Dauer des
osmanischen Heerwesens, sondernden auch an der unterschiedlichen Tradition militärischer Vorbilder und Vorläufer. Dennoch erreicht die Heeresorganisation im 16 Jh. eine, im Gegensatz zu den
abendländischen Heeresorganisa- tion, Führenden und effizienten Organisationsgrad. Diese Organisationsform wurde später als “sakro sankt” empfunden und mir kleinen Änderungen erst 1826
aufgelöst. Während das osmanische Heer unter Osman I und Orchan eher aus Stammeskriegern bestand begann der planmässige organisator- ische Aufbau des Heerwesens unter Murad I. Geniale und wichtige
Impulse entstanden unter Mehmed II der es Verstand ein schlagkräftiges Gegeninstrument zum Provinzaufgebot zu schaffen und techn- ischen Neuerungen sehr aufgeschlossen gegenüberstand. Dennoch wurde der
strukturieren Aufbau, insbesondere des Versorgungswesen, auch und gerade durch die Flotte, erst unter Selim I erreicht. Er schuf die Grundlagen eines Heeres, das seinen Gegnern, ob in Asien oder Europa,
vor allem in der Organisation und Disziplin d.h. der Kampfkraft überlegen war. Unter Süleyman I trafen alle Faktoren d.h. Militärisches Talent, Finanzmittel und Kampfkraft zusammen. Das
osmanische Herrenwesen hatte seine optimale Organisation und Führung erreicht die durchaus Moderene Organisationsvergleiche besteht. Mit dem Rückzug starker persönlicher Sultane aus der militärischen
Führung und dem Ent- stehen unterschiedlicher Herrschaftsgruppen, änderte sich auch die soziale Gruppe der im Heer be- heimateten Soldaten. Das führte im 17 Jh. zu einem starken Rückgang der
potentiellen Kampfkraft und ab 1650 auch zu einem Stillstand der militärischen Entwicklung. Versuche zwischen 1650 und 1826 der
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Reform des Militärs ändeten für den Initiator oft tödlich. Erst die Vernichtung der Janitscharen zerbrach die militärische Lethargie und modernisierte die Armee. Dennoch dauerte es
bis 1869 bis europäische Organisationsformen der Rekrutierung, Führung, Organisation und Einteilung im osmanischen Heer in größerem Rahmen umgesetzt wurden. (Heerwesen II)
Es ist nicht Einfach die Organisationsformen wie Regimenter, Divisionen oder Kompanien mit den osmanischen Einheiten, bölük oder orta zu vergleichen dennoch kann die
Regimentseinteilung bestehen bleiben, weil sie eine eingeschränkte Vergleichbarkeit ermöglicht Bei den Dienstgraden sehen wir im 16 und 17 Jh. ähnlichkeiten zum abendländischen Fürhrungsmodell. So waren
osmanische Kommandoure im Generalsrang bzw. im Generalstab auch gleichzeitig im Kampf, FĂĽhrer einer Kampfeinheit z.B. Division, Brigade, Regiment oder Kompanie. Diese zweischichtige Organisationsform setzt sich
auch im Stab der Kampfeinheit fort. Das bedeutet z.B. das ein Orta Kommandeur (Oberst) einen eigen Stab mit Stabsoffizieren unterhielt die wiederum kleinere Einheiten als Offizier oder Unteroffizier fĂĽhrten. Eine
exakte Unter- bzw. Überordnung der Dienstgrade ist deshalb nur mit Einschränkungen möglich. Erst im 19 Jh. wurden die europäischen Einheiten und Dienst- begriffe ins osmanische Heer übernommen.
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Provinzial Truppen (ejalet askeri)
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1. Kavallerie (Serhadkulu) 1.2. Belehnte Kavallerie
1.3. Besoldete Kavallerie
1.4. Leichte oder Freiwillige Kavallerie
1.5. Kavallerie Hilfstruppen
2. Infanterie (Yerlikulu) 2.1. Besoldete Infanterie
2.2. Freiwillige Infantrie 2.3. Infanterie Hilfstruppen
3. Sondertruppen 3.1.
Belehnte und besoldete Transporttruppen 3.2. Belehnte und besoldete Transporttruppen
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1. Belehnte Provinzialkavallerie
KernstĂĽck der Osmanischen Armee bildete die sogenannte Provinz Kavallerie oder Timoriten (sogenannt nach der Belehnung durch Landvergabe). Dabei wurden an einfache Reiter
(spahis) kleine Gehöfte (timar) auf Zeit vergeben, an höher stehende Offiziere ( z.B. Sand- schakbey oder Alaybey) grössere Gebiete (ziamet). Diese Landvergabe auf Zeit (ähnlich
der Lehenspraxis im europäischen Mittelalter) hatte muslimische und christliche Vorbilder. Zum Einen das seldschukische (iqta),
dieser persische Begriff bedeutet Vorsorge oder FĂĽrsorge und zum Anderen der byzantinische Begriff (Pronia)
welche einen freien Grenzkrieger mit Land bezeichnet. Entscheidend bei der Vergabe des Landes war, dass der Inhaber nur Ein- kommens- und Fronrechte auf Zeit inne hatte, nicht aber über die juristische Hoheitsrechte z.B. der Leibeigenschaft seiner Untertanen verfügte und nur sehr eingeschränkt Erbansprüche auf das Land gegenüber der Zentralverwaltung einfordern konnte. Entscheidend bei dieser Bezahlungsart war die grosse Anzahl an gut ausgebildeten und ausgerüsteten Kavalleristen, die in der Bezahlung nicht abhängig von der Kassenlage der Zentrale waren sondern jederzeit (Frühjahr bis Herbst) einsetzbar waren. Dieser Umstand bildete den grössten Unterschied zum Söldnerwesen im 16. und 17. Jahrhundert in europäischen Armeen. Die Ende des 16. Jahrhun- dert einsetzende Zersplitterung der Timare sowie die inovationsfeindliche Einstellung und vor allem die Änderung der Taktiken in Europa zu Infanteriearmeen läutete den Untergang der Timoriten bis ins 19. Jahrhundert ein.
1.2. Belehnte Kavallerie (spahis): Schon Ende des 14. Jahrhunderts bildete sich in den eroberten, ehemals christlichen Gebieten zur Bodenverteilung seitens der Zentralverwaltung die sogenannte Lehensreiter
(Timoriten oder Spahis) heraus. Anfänglich gab es auch eine
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beachtliche Anzahl von christlichen Spahis, insbesondere serbischer und bulgarischer Abstammung. Zum Ende des 15. Jahrhundert waren diese allerdings samt ihren Familien zum Islam
konvertiert. Kommandeur der Sphistruppen war der jeweilige Provinzstatthalter (Sandschak- beg). Diese Einheiten wiederum waren in sogenannte Regimenter (bölük)
gegliederte, an deren Spitze der Subaschi stand. Je zehn dieser Regimenter (bölük) unterstanden einem Obersten (Alaybeg oder Miralay), dessen unmittelbarer Vorgesetzter der Sandschakbeg war. Anfang
des 16. Jahrhunderts standen zirka 30.000 Tsd. Spahis zur Verfügung, später nahm ihre Anzahl dramatisch auf 2 - 3.000 Tausend unter Selim III (1789 - 1807) ab.
1.3. Besoldete Kavallerie (cebeli): Die Spahis waren nicht nur persönlich zum Militärdienst verpflichtet, sie mussten darüber hinaus je nach Grösse und Einkommen ihres Timares bis zu sieben bewaffnete Kavalleristen
(cebelis)
auf eigene Kosten ausrüsten und führen. Anfang des 16. Jahrhunderts standen neben den schwerbewaffneten Spahis noch etwa 70.000 Tsd. leichter bewaffnete Cebelis zur Verfügung. Im 17. Jahrhundert bildeten sich daraus ireguläre besoldete Einheiten. Die bei weitem die Kampfkraft der bisherigen Provinzialkavallerie und deren straffe Disziplin nicht ersetzen konnten und grosse Mengen an Soldgelder verbrauchten.
1.4.1. Leichte Kavallerie (akinci): Bei den leichbewaffneten Akincis handelt es sich um leichte Reiterrei, deren Wurzeln aus dem Gahzitum bzw. der türkischen Stammesreiterei stammten. Dabei handelt es sich um freiwillige Kämpfer, immer in der Hoffnung auf Beute oder Belehnung bei Tapferkeit. Ihre Einheit unterstand dem Akinci Beg der meist aus der Familie Mihaloglu stammte. Diese Familie geht auf Köse Mihal einem ehemals byzantinischen Lehensherr zurück, der sich Osman I. Ende des 13. Jahrhunderts als Truppenführer anschloß (Die Familie Mihaloglu - Harmankaya (deut.)).Die Akincis dienten der Aufklärung, der
Verfolgung und bei Kleinkriegsaktionen. Ihre rasche Verfügbarkeit und ihr schneller Aktionsradius verunsicherten gerade im europäischen Feindesland die Bevölkerung. Da sie von Beute lebten und die Infrastruktur
der geplünderten Gebiete zerstörten wurden sie insbesondere im deutschspraischen Grenzgebiet als Brenner und Senger bekannt. Dabei ereichten sie 1478 zumersten Mal in Kärnten deutschen Boden. Gerade in der
Steiermark und in Kärnten sind bis heute Geschichten aus der Zeit der Türkenkriege lebendig insbesondere der erfolgreiche Kampf am Steinfeld 1532 gegen die plünderten Einheiten der Akincis. 1595 wurden
Akincieinheiten leichtsinnig im Kampf mit den Wallachen geopfert. Da sich die Einheit von dieser Niederlage nicht mehr erholte löste sie sich damit auf.
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Ein Christ in osmanischen Diensten berichtet:
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“Die Türken nennen ihre Jäger akinci, das bedeutet Renner. Sie sind wie Regen- güsse, die aus Wolken stürzen. Und diese Güsse schaffen große Überschwemmun- gen und
reißende Bäche, die über das Ufer spülen, alles, was sie erfassen, tragen sie mit sich fort, aber sie sind nicht von langer Dauer. Den Wolkenbrüchen gleich verweilen die Jäger oder türkische
Renner nur kurz. Sobald sie etwas erreichen, ergreifen und rauben sie es. Sie morden und richten solche Verkeerungen an, das an den Stellen viele Jahre kein Hahn mehr kräht.”
Quelle: Stöckel, Günther (Hrsg.): Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik. Übers. Lachmann, Renate. Slavische Geschichtsschreiber Band 8. Graz 1975 S. 163
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Links: Delis im 17. Jahrhundert
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1.4.2. Leichte Kavallerie (delis): Verwegene Freiwillige, die sich aus ursprünglich erfahrenen Akincis zusammensetzten, nannte man ab dem 15. Jahrhundert Fährtensucher oder Verrückte
(delis), insbesondere deshalb, da sie durch ihr Äusseres versuchten den Gegner zu beeindrucken bzw. zu demotivieren. Die Aufgabe glich den der Akincis unter dessen Führung sie bis zur Auflösung derselben
standen. Später, als sie die Aufgaben der Akincis übernahmen, änderte sich ihre Bedeutung als lokale und grenznahe leichte Kavalerie insbesondere in Kroatien und Bosien, bis sie im 19. Jahrhundert aufgelöst
wurden. Dabei Rekrutierten sich ihre Mitglieder hauptsächlich aus diesen Gebieten.
1.4.3. Leichte Kavalerie (gönüllü): Die leichte Reiterrei von Begeisterten (gönüllü)
bestand aus Provinzbewohner, die in Städten und Festungen ihren Dienst gegen Sold verrichteten. Eigentlich waren sie leichte Hilfsreiterei, die nicht in einer regulären Schlacht eingesetzt wurden, allenfalls als Deckungs- und Bewachungseinheiten. Der gleiche Name wurde in gleicher Funktion auch für Infanterie verwendet.
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1.5.1. Kavallerie Hilfstruppen (Tataren): Nach dem Untergang der Goldenen Horde in Russland bildete sich Mitte des 15 Jh. auf der Krim und in grossen Teilen der heutigen Ukraine das Khanat der Krim. In den Nachfolgerkämpfen mischte sich Mehmed II ( 1444 - 1481) zu Gunsten des Khan Mengli Giray
(Gerey)
ein und sicherte ihm und seiner Familie als Vassall den Thron. Die Dynastie der Familie Giray herrschte ab dieser Zeit als Vasall bis zur Eroberung durch die Russen im Jahre 1774 bzw. 1783. 1532 wurden erstmals tatarische Kavallerie als Hilfstruppenteile in Ungarn eingesetzt. Dabei hatten sie die selben Aufgaben wie die osmanischen Akincis. Ihre Zahl variierte zwischen 18. und 30. Tausend leichte Reiter nur selten mit Feuerwaffen (Artillerie wurde durch osmanische Kontingente, im Regelfall durch den Beglerbey von Kaffa, gestellt.). Nach dem Untergang der Akincis ersetzten die tatarischen Hilfstruppen deren Aufgabe neben der Aufgabe als Begleit- und Deckungstruppen. Die FĂĽhrung lag meist bei einem der zwei Stellvertreter
(qalga und nureddin) des Khan selbst die wiederum aus der belehnten Adel (mirza) der Krimtataren stammten. Dabei waren sie meist Mitglieder der Khansfamilie Giray. Einige der Reiter | |